lesung / projekt

blind spot“

Buchpräsentation und Lesung von Gerlinde Hacker
Freitag 30.Juni 2017 um 19 Uhr
Galerie Blaues Atelier, Annenstrasse 33, 8020 Graz

„blind spot - ein blinder Fleck als ein zeitloser Ort, der nicht gesehen werden kann, der sich uns entzieht, je mehr wir auf etwas starren und es an die Oberfläche holen wollen.
Mit ihrer vierten Veröffentlichung legt die Autorin in der Softcover-Ausgabe eine Kombination von persönlichen Bildskizzen und lyrischen Texten vor. In gewohnt assoziativer Wortakrobatik spielt die Neuerscheinung zusätzlich mit typografischer Kalligrafie, welche jeden einzelnen Text mit einer besonderen Schriftart hervorhebt.

Die jüngste Publikation leuchtet die in einer Beziehung vorkommenden toten Winkel und blinden Flecken der Wahrnehmung zweier ProtagonistInnen aus. Hacker führt die "Zaungäste" an innere Orte, an denen Wünsche in Erfüllung zu gehen scheinen, in Erfüllung gehen sollten, die aber jäh an unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten mehr als seelische Schürfwunden erleiden. Das Gegenüber prallt ab, wird mit dem Säbel des Wortes zerfetzt und zerschunden.

Hackers "Textgestehungen" mahnen an die Auseinandersetzung über frühkindliche Sprachfindung zwischen Jean Piaget und Lew Semionowitsch Wygotski. Die Autorin scheint die Fähigkeit zu besitzen sich mitunter völlig auf vorreflexive, teilweise außersprachliche Äußerungskaskaden einlassen zu können was an die "Freiheit" der ExpressionistInnen der 1910er-Jahre erinnert. Auch thematisch stößt sie an die von den ExpressionistInnen erkannte Grausamkeit grundsätzlicher existentieller Unvereinbarkeiten:

"Ich lebe vor dem Leib: Und in der Mitte
klebt überall die Scham. Dahin wittert
der Schädel auch. Ich ahne: Einst
werden die Spalte und der Stoß
zum Himmel klaffen von der Stirn"

(Gottfried Benn, "Der Arzt", 1912)

Das literarische Werk „blind spot“ ist eine Retrospektive auf die Jahre 2013 bis 2016 im Leben der Schriftstellerin Gerlinde Hacker. Es erwartet uns keine oberflächliche und leichte Kost - im Gegenteil, Hacker liefert wohl eine höchst beunruhigende geistig-expressive "substanzielle Diät".

blind spot“ wird herausgegeben von Günther Metzger, seines Zeichens Kunstfotograf und Digitaler Künstler. Er bildet gemeinsam mit Kristina Mensch das Künstlerpaar „MetzgerMensch“ (www.metzgermensch.photos). In „blind spot“ fungiert er als Herausgeber und Reprofotograf - sein Anliegen: eine Annäherung von Fotografie und Lyrik.




>>weiwamessa<<


buchpräsentation, textperformance und fotoausstellung von gerlinde hacker und ines bauer.


Beginn: Freitag 05.05.2017 um 19 Uhr, Einlass: 18 Uhr

Ort: Galerie Blaues Atelier, Annenstraße 33, 8020 Graz


weiwamessa performance infos galerie-blaues-atelier, graz


weiwamessa

Anschreiben gegen die Anmaßung der Fotografie

"Es liegt nicht allein an der Fotografie, dass das Metier der Malerei unmöglich geworden ist. (...) 
Die Unmöglichkeit entsteht aus der wissenschaftlich-technischen Welt des post-industriellen Kapitalismus. 
Diese Welt braucht kaum noch Malerei, wohl aber Fotografie; ebenso braucht sie eher Journalismus als Literatur. 
Ihr Aufschwung geht einher mit dem Niedergang der 'edlen' Berufe, die zu einer anderen Welt gehörten, und 
allmählich verschwindet diese Welt selbst".

Dies schreibt der 1998 verstorbene Philosph Jean-Francois Lyotard.

Inzwischen hat die Fotografie einen weiteren technischen Standard erreicht und die Literatur ist ein weiteres 
Stück 'journalistischer' geworden.

Sowohl die mittels Smartphone entstandenen Fotografien von Ines Bauer als auch die entsprechenden 
"Zudichtungen" von Gerlinde Hacker geben gutes Zeugnis vom Fortschritt dieser Entwicklung, 
etwa ein ViertelJahrhundert nach der Lyotard'schen Einschätzung.

Dieter Kordik

"herzgeröll"


Gerlinde Hacker liest aus ihrem aktuell erschienenen Textband "herzgeröll" im Rahmen der Studienpräsentation:  Traumberuf AutorIn! - Und die Realität?


In ihren Texten bildet die 1961 in Kärnten geborene Autorin Gefühlsebenen des "homo neoliberalensis" ab. Politischer Bezug in körperzellnaher Empfindung zeichnen die "Wortanschwemmungen HackerscherPrägung“ wesentlich aus.
(Dieter Kordik, Verleger)


Infos und Bestellungen: hier



Traumberuf: AutorIn! – Und die Realität?

 

Autorin oder Autor zu sein, bedeutet für viele Menschen die Erfüllung eines Traums. Doch wie sieht die Lebens- und Arbeitsrealität von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus? Wie viel erwirtschaften Autorinnen und Autoren mit ihren schriftstellerischen Tätigkeiten? Können sie ausschließlich hiervon ihren Lebensunterhalt bestreiten oder müssen sie zusätzlich anderen Tätigkeiten nachgehen? Wie viel Zeit investieren sie in ihre schriftstellerischen Tätigkeiten? Welche Strategien betreiben Autorinnen und Autoren, um ihre Bekanntheit zu steigern und wie erfolgreich sind diese Strategien?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, habe ich in einer Studie im Auftrag der Autorinnenvereinigung e.V. 80 Personen aus dem deutschsprachigen Raum nach ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen als Autorinnen befragt. Dabei ist deutlich geworden, dass die Lage von Schriftstellerinnen noch einmal um einiges prekärer ist als jene von Autoren. Vor allem aufgrund von familiären Verpflichtungen sowie der immer noch gesellschaftlich weit verbreiteten Abwertung weiblicher Arbeit, wird es schreibenden Frauen erschwert, am Literaturmarkt in ausreichender Weise Fuß zu fassen. Darüber hinaus nimmt auch der Literaturmarkt auf die Bedürfnisse von Autorinnen in nur ungenügender Weise Rücksicht und gestaltet sich männerzentriert.

 

Die Studie konzentrierte sich in ihren Ergebnissen allerdings nicht nur auf die Darstellung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Schriftstellerinnen. Darüber hinaus sollten auch Strategien aufgezeigt werden, die die Autorinnen anwenden, um ihre Lebenssituation zu meistern, sowie auch mögliche Potentiale diskutiert werden, die helfen könnten, die Bedingungen für Schriftstellerinnen dauerhaft zu verbessern. Während die Entwicklung von Strategien in der Eigenverantwortung der Autorinnen liegt, handelt es sich bei den Potentialen zumeist um gesellschaftspolitische Forderungen.

Simone Philipp stellt Ergebnisse aus einer Umfrage unter 80 Schriftstellerinnen aus dem deutschsprachigen Raum zu ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen vor. Dazwischen gibt es Texte von Grazer Literatinnen.

Simone Philipp M.A.

Projektentwicklung und Menschenrechtsbildung 
Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie
ETC Graz, Elisabethstraße 50b, 8010 Graz , Österreich
simone.philipp@uni-graz.at, www.etc-graz.atwww.simonephilipp.de/wissenschaftlerin/

Veranstaltungsort: Frauenservice Graz - Infocafé Palaver Lendplatz 38, 8020 Graz

Zeit: 17 -19 Uhr, Ort: Frauenservice Graz, Lendplatz 38, 8020 Graz

Karte: Lageplan und Anreise

Die Veranstaltung ist kostenfrei und natürlich offen für Frauen und Männer. Um Anmeldung unter anmeldung@frauenservice.at oder 0316-716022 wird gebeten.


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lesung

Gerlinde Hacker liest aus ihrem aktuell erschienenen Textband "herzgeröll" im Rahmen der Fotoausstellung MEat<<ME meets Lyrik von Gerlinde Hacker.



MEat<<ME zeigt Fotoarbeiten der Arbeitsgruppe MetzgerMensch. 

Im Spannungsfeld zwischen persönlich und gewagt, authentisch und inszeniert, stellen sie sich die Frage nach Identität sowohl im Erlebten als auch im Gezeigten. 
www.facebook/metzgermensch


Ort: MQ MuseumsQuartier, Museumsplatz, Wien, Quartier 21, Hof 7

Zeit: Freitag 14. Novemeber 2014, Geöffnet ab 19 Uhr, Lesung ca. 19 Uhr 30

www.facebook/MuseumsQuartierWien

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projekt

Das Projekt „Global Women in der Lendbox“ diente als temporärer Kunstort ein Jahr lang Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche für künstlerisches und kreatives Arbeiten.

Global Women ermöglichte jungen und/oder unbekannten KünstlerInnen, DesignerInnen und AktivistInnen eine Öffentlichkeit. Von bildender Kunst über Literatur und Theater bis hin zu aktionistischen Auseinandersetzung. Ausstellungen, Installationen, Lesungen, Performances, Konzerte und Workshops konnten hier Platz finden.

Das Programm von Global Women in der Lendbox sah einen 2– bis 3–wöchigen Turnus der Ausstellungen und Aktivitäten vor. KünstlerInnen, DesignerInnen und AktivistInnen (jeder Richtung) waren herzlich zum Projekt eingeladen.
Kontakt; kunst@onart.at.

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